Die Entstehung von Bims

Die Entstehung von Bims geht in Deutschland auf einen gewaltigen Vulkanausbruch zurück, der sich vor ca. 12.500 Jahren ereignet hat. Das Zentrum lag im heutigen Laacher-See-Becken. Die aus dem Erdinneren kommende, unter hohem Druck stehende Gesteinsschmelze entspannte sich beim Aufstieg zur Erdoberfläche durch schnelles Ausdehnen der eingeschlossenen Gase. Bei gleichzeitiger Verfestigung kühlte die ca. 1200°C heiße Magma porenbildend ab.

Die durch die Eruption bis zu einer Höhe von mehreren Kilometern herausgeschleuderten Auswurfmassen, in Körnungen von 1 bis 40 mm, regneten auf ein rund 200 qkm großes Gebiet, das heutige Koblenz-Neuwieder-Becken, ab und erreichten Schichtdicken bis zu 6 m. Dieser Bims ist das einzige Vorkommen auf dem europäischen Festlandsockel. Weitere Bimsvorkommen sind auf Inseln wie Island, Azoren, Teneriffa, Sizilien, Yali und Nisyros oder im asiatischen Teil der Türkei zu finden. Da das deutsche Bimsvorkommen begrenzt ist, werden zur Ressourcen-Schonung Auslandsbimse, vor allem aus Mittelmeer-Anrainerstaaten, importiert und zur Produktion verwendet.

Das Zentrum des Vulkanausbruches.

Unter Bims versteht man hochporöses Gesteinsglas aus aufgeschäumter Magma. Bims ist also ein reiner Strukturbegriff, der nicht an eine bestimmte Gesteinsart gebunden ist, obwohl auch die schaumige Ausbildung bei gewissen Gesteinstypen wie z.B. Rhyolit, Trachyt und Latit besonders häufig angetroffen wird.

Bei dem Bims des Neuwieder Beckens handelt es sich um einen Gesteinstyp überwiegend phonolithischer Zusammensetzung.

Der vulkanische Ursprung hat dem Bims charakteristische Eigenschaften verliehen: So bewirken eine Vielzahl von Poren und geschlossenen Zellen den hohen Porosierungsgrad bei gleichzeitig hoher Kornfestigkeit. Bims ist darüber hinaus frost-, feuer- und witterungsbeständig und frei von wasserlöslichen Salzen.

Bims ist der ideale Rohstoff für einen guten Wandbaustoff, denn er ist

  • porig
  • leicht
  • fest (Kornfestigkeit)
  • nicht brennbar